Alles klar bei Familie Berger

Alles klar bei Familie Berger

Die meisten Berufswege sind verschlungen; selten beginnt und endet eine Karriere im gleichen Job. Diese Erfahrung hat auch Wolfgang Berger gemacht, der sich 2009 als 57-Jähriger selbstständig machte.

Wie vielfältig die Arbeitswelt sein kann, weiß kaum einer besser als Wolfgang Berger. Nach dem Abschluss einer Schlosserlehre und dem Maschinenbaustudium hat er nie als Ingenieur gearbeitet. Dafür als Projektleiter im Anlagenbau, als Fachkraft in der Buchhaltung und als Handwerker. Dass seine Karriere noch lange nicht zu Ende ist, beschloss er 2008, als er kurz vor der Arbeitslosigkeit stand und sich in dieser Zeit der Kauf des ehemaligen Franchise-Unternehmens „Alles klar!“ im Frankfurter Stadtteil Fechenheim anbot.

„Von der Frankfurter Wirtschaftsförderung habe ich damals erfahren, dass die Firma „Alles klar“ zum Verkauf steht“, erzählt er. Der frühere Eigentümer wollte das Unternehmen, das alles rund um den gedeckten Tisch, einschließlich Möbel, verleiht, zügig verkaufen. „Meine Frau und ich sahen darin eine gute Chance, um einen beruflichen Neuanfang zu wagen und etwas aufzubauen, von dem auch noch unsere Kinder profitieren können“, fügt Berger hinzu.

Finanz- und Wirtschaftskrise erschwerte den Anfang
Doch so einfach, wie alles im Nachhinein klingt, war es bei Weitem nicht. Der Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise spielte den beiden Neuunternehmern alles andere als in die Karten. „Die Banken taten sich unheimlich schwer, uns einen Kredit zu gewähren. Und auch der Bürgschaftsantrag bei der Bürgschaftsbank Hessen, zu dem die IHK Frankfurt ihre Stellungnahme abgab, ging nicht von heute auf morgen über die Bühne“, sagt der 58-Jährige. Gleichzeitig saß dem Ehepaar Berger der Verkäufer bereits im Nacken, der das Unternehmen so schnell wie möglich verkaufen wollte.

Doch die Bergers ließen sich nicht unterkriegen: Nach langem Warten und zähem Ringen mit den Banken, konnte die Familie loslegen. „Die ehemalige Firmenleitung hatte in den letzten Jahren wenig für die Akquise getan.“ Für die Bergers bedeutete dies nach der Übernahme viel Arbeit, da neue Kunden akquiriert und ehemalige Kunden wieder vom unschlagbaren Angebot von „Alles klar“ überzeugt werden mussten. „Dienstleistung, Service, absolute Sauberkeit der Ware und Schnelligkeit sind unsere Alleinstellungsmerkmale, die im Wesentlichen dazu beigetragen haben, dass wir den Umsatz seit dem Kauf 2009 um 15 Prozent steigern konnten“, sagt der Geschäftsinhaber. 

Service für Feiern rund um die Uhr
Mit vier festen Mitarbeitern halten die Bergers die Zügel bei „Alles klar“ in der Hand und verwirklichen das Firmencredo der Dienstleistung rund um die Uhr: „Wir liefern praktisch zu jeder Tages- und Nachtzeit und heben uns dadurch von unserer Konkurrenz ab.“ Ein riesiger Vorteil bei der Erfüllung von Kundenwünschen sei dabei die Zusammenarbeit mit den anderen Geschäftsstellen von „Alles klar“, die in ganz Deutschland verteilt sind.

Denn als Peter Raum den Verleih 1987 in München gründete, vergrößerte er das Unternehmen flächendeckend mithilfe des Geschäftsmodells des Franchisings. Heute sind alle Standorte von „Alles klar“ selbstständig geführte GmbHs. Von dem damals angelegten Netzwerk profitieren alle Standorte, die schnell und kostengünstig ihr Equipment für kurze Zeit aufstocken müssen. „Dabei ist für einen Laien kaum vorstellbar, dass 35 000 Besteckteile, 25 000 Gläser und 1 500 Stühle einmal zur Neige gehen können. Doch wenn große Firmenfeste oder Messen anstehen, wird die Ausrüstung schneller knapp als man denkt“, so Berger.

Unproblematisch sei dagegen die Ausstattung von privaten Feierlichkeiten oder Veranstaltungen der Hotellerie, die beide jeweils ein Drittel des Gesamtumsatzes des Unternehmens ausmachen.

„Firmenfeste finden vor allem im Sommer und zur Weihnachtszeit statt, private Partys statten wir eher im Frühjahr und Sommer mit unserem Equipment aus“, erzählt Marion Berger, die im Unternehmen für die Kundenberatung und Auftragsabwicklung zuständig ist. Mit Blick auf den Kalender sei es gut, dass der Januar und der Februar vorüber sind, die in der Branche als Saure-Gurken-Zeit gelten. „Wir denken, dass sich die nächsten Monate gut, aber bei Weitem nicht so hervorragend wie vor der Krise entwickeln werden, denn die Kunden sind durch die Wirtschaftskrise wesentlich preisaffiner geworden“, sagt Wolfgang Berger. Da würden die Tische und Stühle schon mal selbst abgeholt, um die Kosten der Anlieferung zu sparen. Die künftigen Umsatzentwicklungen im Fokus, blicken die Bergers daher gespannt auf den Messe-Herbst 2010.

http://www.allesklar-verleih.de